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Trau Dich Trauern

Die Rolle der Ehrenamtlichen im Projekt Trau Dich Trauern

"Von April bis Juni habe ich als Ehrenamtlerin eine Gruppe von Kindern im Rahmen des Projekts „Trau Dich Trauern„ mit betreut. Zusammen mit zwei Ehrenamtlerinnen und einer hauptamtlichen Psychologin fanden die Treffen jeden Freitagnachmittag statt.

Die Kinder, in unserem Fall nur Jungens im Alter zwischen 5 und 11 Jahren, deren Mutter oder Vater verstorben sind, hatten in dieser Gruppe Gelegenheit, sich u.a. im Rahmen spielerischer Aktivitäten oder Wahrnehmungs- und Körperübungen, über den Verlust eines geliebten Menschen auszutauschen. Es gab sehr besinnliche Runden, aber auch je nach Temperament, ausgesprochen turbulente Begegnungen. Die wilden Kerle, wie die Gruppe sich dann selbst nannte, stellten uns jedes Mal vor neue Herausforderungen. Immer wieder musste es uns gelingen, beim Basteln, bei gemeinsamen Bewegungsspielen oder auch beim Essen auf die Bedürfnisse jedes einzelnen einzugehen und darauf zu achten, dass wir allen gerecht wurden. Wir hatten viel Spaß miteinander, es wurde getobt und gerauft und manchmal musste auch ein „Machtwort“ gesprochen werden, um alle wieder an einen Tisch zu bekommen. Untereinander bestand aber dennoch viel Verständnis und jeder hörte dem anderen zu, wenn es in der Runde um Tod und Trauer und den Austausch von Gedanken und Gefühlen ging. Das Gesagte wurde sorgsam in einer Schatzkiste aufbewahrt und ging nur die Gruppe etwas an!

Speziell das gemeinsame Essen war für alle ein Highlight. Wir mussten uns schon anstrengen, um immer wieder einen gewissen Überraschungseffekt zu erzielen. Dann waren alle voll dabei und genossen die kleinen herzhaften und süßen Stärkungen!

Ich habe diese Zeit als große Bereicherung empfunden und trotz aller Anstrengung hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht, mit den Kindern eine Vertrauensbasis aufzubauen, die es auch ermöglicht hat, über Gedanken und Gefühle zu sprechen. Der Abschied ist schwer gefallen, weil auch die Zusammenarbeit unter den Betreuerinnen von großer Toleranz und Hilfsbereitschaft geprägt war. Einfach stimmig!"

Resi Häse
Ehrenamtliche Mitarbeiterin

Bonn, 10. August 2007


Die Einbindung von Ehrenamtlichen in das Projekt ist eine ökonomische und organisatorische Notwendigkeit. Die Aufgaben sind schon jetzt so umfangreich und vielfältig, dass sie von den hauptamtlichen Mitarbeitern allein nicht bewältigt werden können. Damit die fachlichen Kompetenz der Hauptamtlichen möglichst ganz dem Projekt zugute kommen kann, müssen Aufgaben, für die diese Kompetenz nicht unbedingt notwendig ist, von Ehrenamtlichen übernommen werden.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mitarbeit von Ehrenamtlern sind in erster Linie Kenntnisse und Erfahrungen im palliativen Bereich, besonders in der Trauerbegleitung. Ferner die Fähigkeit und Bereitschaft, sehr unterschiedliche Aufgaben zu übernehmen und zu erledigen. Ganz wichtig sind die Bereitschaft und die Fähigkeit, in einem Team zu arbeiten.

Beispiele für die Mitwirkung von Ehrenamtlichen im ersten Jahr des Projekts:

• Mitarbeit bei der Betreuung von trauernden Kindern und Jugendlichen in den Gruppen
• Entlastung der Hauptamtlichen durch Hilfe bei verschiedenen Büroarbeiten, bei der Erstellung der Website, Telefondienst usw.
• Fahrdienst für Kinder und Jugendliche im Rahmen der Gruppenbetreuung, die ohne dieses Angebot die Gruppen nicht besuchen könnten

Ehrenamtler haben aus eigener Initiative eine „Schnorraktion“ durchgeführt. Ausgewählte Firmen in Bonn und im Bundesgebiet wurden in Briefen um Spenden für die Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen gebeten. Der Erfolg: Sachspenden und Einkaufsgutscheine im Wert von ca. 2300 Euro.

"Das Wissen, einer wichtigen und guten Sache zu dienen, und die Erfahrung der menschlich und sachlich sehr guten Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen sind für die Ehrenamtlichen eine wichtige Motivation."

Ernst Heimlich
ehrenamtlich tätig seit 2003

Wenn Ihr Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit im Projekt Trau dich Trauern geweckt ist, freuen wir uns darauf, Sie kennen zu lernen.

Telefon: 0228 6481-875
Telefax: 0228 6481-9209
info@trau-dich-trauern.org

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